Was ist reflektorische Atemtherapie und wie unterscheidet sie sich von Atemphysiotherapie?
Die reflektorische Atemtherapie nutzt manuelle Reize an Haut, Bindegewebe und Muskulatur, um über Reflexbögen eine unwillkürliche Vertiefung der Atmung auszulösen. Die klassische Atemphysiotherapie arbeitet dagegen mit bewusst gesteuerten Atemtechniken und Übungen.
Der wesentliche Unterschied liegt in der Steuerung:
– Reflektorische Atemtherapie: Der Therapeut setzt Reize wie Dehnungen, heiße Kompressen oder Griffe an definierten Zonen. Die Atmung reagiert darauf von selbst, ohne dass Sie aktiv mitatmen müssen. Das ist besonders hilfreich bei starker Erschöpfung, bei Schmerzen oder wenn bewusstes Atmen die Anspannung eher erhöht.
– Atemphysiotherapie: Sie üben aktiv – etwa Lippenbremse, Kutschersitz, Sekretlösung durch Huffing oder den Einsatz von Atemtherapiegeräten.
In der Praxis werden beide Ansätze häufig kombiniert. Zu Beginn einer Behandlungsserie überwiegt oft der reflektorische Anteil, später der aktive.
Angewendet werden beide bei chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen, nach Lungenentzündung oder Operationen im Brustraum, bei Asthma sowie bei funktionellen Atemstörungen im Zusammenhang mit Stress und Anspannung.