Wieder wohlfühlen durch Atemtherapie

Behandlung

Die Atemtherapie möchte bewusst durch die Kontrolle des Atmens auf psychische und körperliche Prozesse Einfluss nehmen. Veränderte Atemtechniken können helfen seelische Zustände wie Stress, Angst und Verspannung wahrzunehmen und zu verbessern. Zudem lindert die Atemtherapie stressbedingten Erkrankungen wie Migräne, Neurodermitis oder Schlafstörungen. In der Praxis lassen sich mit dieser Methode auch unterschiedliche Schmerzzustände erfolgversprechend behandeln. Die wohl bekannteste Art der Anwendung findet während einer Geburt statt.

Menschen, die beruflich viel reden müssen oder Sänger nutzen die Atemtherapie ebenso wie Patienten mit Asthma oder anderen Lungenerkrankungen. Die richtige Atmung wirkt sich beispielsweise mechanisch auf das Zwerchfell, die Muskulatur des Oberkörpers und den Sprechapparat aus. Verändern Patienten die Atemtechnik, beeinflusst dies das Herz-Kreislauf-System positiv – Blutdruck und Herzschlag verbessern sich. Außerdem versorgt die richtige Atmung den Körper mit ausreichend Sauerstoff und reguliert den Kohlendioxidspiegel. Das gesamte Empfindungsvermögen und somit die Nerven profitieren ebenfalls. Die Atemtherapie in München wird individuell auf das Beschwerdebild abgestimmt, hilft aber insbesondere bei COPD oder Asthma die Leistungsfähigkeit zu erhalten beziehungsweise zu verbessern.

Die physiotherapeutische Atemtherapie ist genau auf die Bedürfnisse von Patienten mit Lungenproblemen ausgerichtet. Dabei stehen zur Behandlung eine ganze Reihe von Maßnahmen zur Verfügung, die bei unterschiedlichen Krankheitsbildern zur Anwendung kommen. Bewusstes Atmen kann sowohl den seelischen als auch körperlichen Zustand positiv beeinflussen.

Leistungsdruck, Ängste und Stress führen bei vielen Menschen zu einer flachen Atmung. Es kommt zu einer verringerten Nutzung des gesamten Lungenvolumens. Die verminderte Sauerstoffaufnahme und -verteilung im Körper senkt die Leistungsfähigkeit von Organen, des Gehirns sowie der Muskeln. Mit der richtigen Physiotherapie wirken wir gemeinsam diesem Sauerstoffmangel entgegen.

Krankheitsbilder

Die Atemtherapie wird vorwiegend zur Heilung und Verbesserung von folgenden Defiziten angewandt:

  • Lösung von Schleim im Lungenbereich
  • Vorbeugung Lungenentzündung
  • Bronchialsystem stabilisieren
  • Stützung der Lunge bei obstruktiven Erkrankungen wie Asthma, Atemnot, chronische Bronchitis und Mukoviszidose
  • Verletzungen des Brustkorbes
  • Verspannung des Bewegungsapparates
  • Depressionen
  • Schlafstörungen
  • Rippenfellentzündung
  • Burn-out, Stress, Erschöpfung und Energiemangel
  • Lungenemphysem

Weitere wesentliche Ziele der Atemtherapie in München sind zudem eine verbesserte Sauerstoffaufnahme, die Mobilisierung von Sekreten, Entblähung und die Stärkung der Atemmuskulatur. Das Erlernen von speziellen Atem- und Hustentechniken sowie eigene Dehn- und Kraftübungen helfen Patienten darüber hinaus die Atemmuskulatur zu stärken und die Beweglichkeit – vor allem der Wirbelsäule – zu verbessern.

Grundlage der Therapie ist, in Ruhe die Bewegung und den eigenen Atem zu beobachten. Dabei soll die Atmung primär nicht gelenkt werden, sondern einfach dem natürlichen Rhythmus folgen. Erst die bewusste Wahrnehmung des Atmens ermöglicht eine Art Meditations- und Entspannungstechnik, die dem Körper zu einer Kraftquelle verhilft. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Bauchatmung (Zwerchfellatmung), denn während bei der oberflächlichen Atmung lediglich der Brustkorb in Bewegung kommt, zieht die tiefe Bauchatmung das gesamte Zwerchfell zusammen und das ganze Volumen der Lunge wird ausgenutzt. Auf diese Weise gelangt deutlich mehr Sauerstoff in den Körper.

Die Atemarbeit dient außerdem dazu die Haut zu lockern, das Bindegewebe zu stärken, und hilft vor allem alten sowie bettlägerigen Menschen die Verkümmerung ihrer Atemorgane zu verhindern. Bei Schwangeren zählt das Atemtraining zum elementaren Bestandteil der Geburtsvorbereitung. Doch auch Asthmatiker erlernen das Atmen im Kutschersitz – einer bestimmten Körperhaltung mit leicht gespreizten Beinen und einem etwas nach vor gebeugtem Oberkörper, während sich die Arme auf den Oberschenkeln abstützen.

Abrechnung (durch Krankenkasse)

Wenn die Luft knapp wird, erhalten Patienten nach ärztlicher Diagnose ein spezielles Therapiekonzept, mit dessen Hilfe entspanntes Atmen erlernt werden soll. Dabei rückt der menschliche Körper mit seinem Bedürfnis nach Sauerstoff in den Fokus. Ohne Atem kein Leben – gerät er ins Stocken, entstehen gesundheitliche Probleme, Krankheiten entfalten sich. Um diese Blockaden oder den Stress loszuwerden, unterstützen wir Patienten in unserer Praxis in München mit individuellen Therapien.

Im Rahmen der Physiotherapie werden von privaten als auch gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine verordnete Atemtherapie übernommen. Alle Leistungsspektren werden im Heilmittelverzeichnis aufgeführt, wobei auch sogenannte Hilfsmittel wie Atemtherapie- oder Inhalationsgeräte für den Hausgebrauch von der Kasse bezahlt werden.

Das anerkannte Heilverfahren wird bei obstruktiven Atemwegserkrankungen wie COPD und Asthma ebenso angewendet wie bei Patienten mit Burn-out oder Stresssymptomen. Ein Lungenfacharzt oder Hausarzt kann ein entsprechendes Rezept für die Atemtherapie ausstellen und unter dem vertraglichen Leistungskatalog mit der gesetzlichen Krankenkasse verrechnen. Bei einer Erstverordnung werden in der Regel sechs Therapieeinheiten zu jeweils 20 Minuten verschrieben. Insbesondere Lungenpatienten haben die Möglichkeit, per Langfristgenehmigung eine regelmäßige Atemphysiotherapie zu beantragen. Im Bewilligungsfall können für zumindest ein Jahr atemtherapeutische Maßnahmen in Anspruch genommen werden.

Hintergründe / Geschichtliches

Die Atemtherapie zählt zu den alternativen Heilverfahren, bei denen meditative Techniken zum bewussten Atmen mit der körperlichen Behandlung verknüpft werden. Der Mensch wird als Einheit wahrgenommen – mit Körper, Seele und Geist. Die Wurzeln liegen unter anderem im Jahrtausende alten Wissen und Erfahrungen des Tai Chi, Buddhismus, Tao oder Yoga. Wobei die Kraft der richtigen Atmung in Europa erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts mehr Beachtung findet. In der Atemtherapie der westlichen Welt vermischten sich verschiedene Elemente aus Tanz, Gymnastik und Psychotherapie mit dem fernöstlichen Wissen.

Hinsichtlich der Methodik unterscheiden sich allerdings die Formen. Einige atemtherapeutische Verfahren arbeiten mit dem zugelassenen, unbewussten oder willentlichen Atem. Renommierte Pioniere der Atemtherapie sind unter anderem Anderson, Schlaffhorst, Dürckheim, Schmitt oder Glaser. Besonders interessant: Hildegard von Bingen soll bereits außergewöhnliche Kenntnisse über bestimmte Atemtechniken besessen haben. Ohne diese wären wohl ihre Gesangskompositionen nicht durchführbar gewesen. Auch Ilse Middendorf entwickelte ein eigenes Atemkonzept, das auf die bewusste Selbstwahrnehmung und das Selbsterleben des Atems fokussiert ist.

Die Lehren an sich gehen bereits aus dem Alten Testament und dem Inneren der Pyramiden hervor – es existieren atemtherapeutische Ratschläge aus diesen Epochen. Östliche und abendländische Traditionen vermischen sich hier mit Bewegungsmethoden, psychotherapeutischen Anwendungen, Massagetechniken und Ausdrucksübungen. Was viele Tausende Jahre als männlich galt, entwickelte sich zunehmend als weibliche Errungenschaft: die drei Leibräume (Kopf-Herz-Bauch). Die Entfaltung des Atems in diesen Bereichen bot einen völlig neuen Ansatz und stellte das Wechselspiel von Spannung und Entspannung in den Mittelpunkt.

Gemeinsam mit Psychoanalytikern erarbeitete Elsa Gindler nach dem Zweiten Weltkrieg ein neuartiges Atemprogramm, wonach das rein mechanische Atmen im Turnen ad absurdum geführt wurde – vollkommen zu Recht wie sich dies bei ihren Erfolgen mit der neuen Atemtechnik herausstellen sollte.

Gerne behandeln wir Sie mit einer Atemtherapie in unserer Physiotherapie-Praxis am Sendlinger Tor in München