Omarthrose – Wenn Schulterarthrose den Alltag einschränkt

Omarthrose der Schulter verständlich erklärt: Ursachen, Symptome, Diagnostik und moderne Physiotherapie. Erfahren Sie, wie Übungen und Prävention Schmerzen reduzieren.

Die Omarthrose (Auch Schulterarthrose genannt) ist eine verschleißbedingte Erkrankung des Schultergelenks, bei der es zu einem fortschreitenden Abbau des Gelenkknorpels kommt. Sie zählt zu den häufigsten Ursachen für chronische Schulterschmerzen und betrifft vor allem Menschen im höheren Lebensalter, kann jedoch auch bereits deutlich früher auftreten. Besonders nach Verletzungen, bei langjähriger Über- oder Fehlbelastung sowie bei muskulären Dysbalancen entwickelt sich die Schulterarthrose oft schleichend. Unbehandelt kann sie zu erheblichen Einschränkungen im Alltag, im Beruf und beim Sport führen. Eine frühzeitige und gezielte physiotherapeutische Behandlung spielt daher eine zentrale Rolle, um Schmerzen zu reduzieren und die Funktion des Schultergelenks möglichst lange zu erhalten.


Ursachen der Omarthrose (Schulterarthrose)

Die Entstehung einer Omarthrose ist in der Regel multifaktoriell. Mehrere Einflussfaktoren wirken über Jahre zusammen und führen zu einem zunehmenden Knorpelverschleiß im Schultergelenk.

Häufige Ursachen sind unter anderem:

  • natürlicher Alterungsprozess mit nachlassender Knorpelqualität
  • langjährige Über- oder Fehlbelastung, z. B. durch Arbeiten über Kopf
  • frühere Verletzungen wie Frakturen oder Schulterluxationen
  • Risse oder Funktionsstörungen der Rotatorenmanschette
  • entzündliche Prozesse im Schultergelenk
  • muskuläre Dysbalancen und mangelnde Gelenkzentrierung

Besonders problematisch ist, dass das Schultergelenk stark von einer gut funktionierenden Muskulatur abhängt, insbesondere von der Rotatorenmanschette und der Schulterblattmuskulatur. Ist diese nicht ausreichend kräftig oder koordiniert, kommt es zu einer ungünstigen Belastungsverteilung, die den Knorpelabbau zusätzlich beschleunigt.


Symptome der Omarthrose

Die Omarthrose entwickelt sich meist schleichend und wird zu Beginn häufig unterschätzt. Anfangs treten die Beschwerden oft nur unter Belastung auf, später auch in Ruhe.

Typisch sind zunächst belastungsabhängige Schulterschmerzen, etwa beim Heben des Arms, beim Anziehen oder bei Überkopfarbeiten. Im weiteren Verlauf kommt es zu einer zunehmenden Bewegungseinschränkung, insbesondere bei der Außenrotation und beim Abspreizen des Arms. Viele Betroffene berichten über einen deutlichen Anlaufschmerz nach Ruhephasen sowie über einen fortschreitenden Kraftverlust im betroffenen Arm. Nicht selten treten Reibe- oder Knackgeräusche im Schultergelenk auf, die durch die veränderten Gelenkflächen entstehen. In fortgeschrittenen Stadien können Ruheschmerzen hinzukommen, die vor allem nachts auftreten und den Schlaf sowie die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.


Diagnostik der Omarthrose

Die Diagnostik erfolgt in der Regel durch den behandelnden Arzt und bildet die Grundlage für die physiotherapeutische Therapie.

Typische diagnostische Schritte sind:

  • ausführliche Anamnese (Schmerzverlauf, Belastungen, Vorerkrankungen)
  • klinische Untersuchung von Beweglichkeit, Kraft und Schmerzverhalten
  • bildgebende Verfahren

Das Röntgen zeigt häufig eine Verschmälerung des Gelenkspalts, knöcherne Anbauten (Osteophyten) und eine Verdichtung des Knochens unterhalb des Knorpels. Eine MRT-Untersuchung erlaubt eine detaillierte Beurteilung des Knorpels, der Rotatorenmanschette und der umgebenden Weichteile. Bei speziellen Fragestellungen, etwa im Rahmen einer Operationsplanung, kann zusätzlich eine CT sinnvoll sein.


Physiotherapeutische Befundung bei Omarthrose

Die physiotherapeutische Befundung bei Omarthrose geht deutlich über das reine Messen der Beweglichkeit hinaus. Ziel ist es, die funktionellen Ursachen der Beschwerden zu erkennen und die Therapie individuell auszurichten.

Im Rahmen der Befundung werden unter anderem:

  • aktive und passive Beweglichkeit des Schultergelenks
  • Kraft, Koordination und Ausdauer der Rotatorenmanschette
  • Schulterblattbewegung und -kontrolle
  • Beweglichkeit der Brust- und Halswirbelsäule
  • Alltags-, Berufs- und Sportbelastungen

besonders genau analysiert. Eine gestörte Schulterblattmechanik oder Einschränkungen der Wirbelsäule können die Gelenkbelastung erheblich erhöhen und sind daher ein zentraler Bestandteil der physiotherapeutischen Analyse. Ergänzend fließen Schmerzverhalten und individuelle Ziele der Patientinnen und Patienten in die Befundung ein.


Behandlung der Omarthrose in der Physiotherapie

In der Physiotherapie am Sendlinger Tor in München verfolgen wir bei Omarthrose ein aktives, evidenzbasiertes Therapiekonzept. Ziel ist es, Schmerzen zu reduzieren, Beweglichkeit zu verbessern und die Schulter langfristig belastbar zu halten.

Zentrale Therapiebausteine sind:

  • Manuelle Therapie zur Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit und Reduktion von Kapselspannungen
  • Krankengymnastik mit individuell abgestimmten Übungen zur Kräftigung der Rotatorenmanschette und Stabilisierung des Schultergürtels
  • Faszien- und Weichteiltechniken zur Lösung muskulärer Spannungen im Schulter-, Nacken- und Brustbereich
  • Medizinische Trainingstherapie zur schrittweisen Steigerung der Belastbarkeit
  • Physikalische Maßnahmen wie Wärme oder Kälte zur unterstützenden Schmerzreduktion

Die Therapie ist dabei stets aktiv ausgerichtet und wird an den Alltag, den Beruf und die sportlichen Anforderungen der Betroffenen angepasst. Ziel ist es, operative Eingriffe möglichst zu vermeiden oder – falls notwendig – optimal vorzubereiten.


Prävention der Omarthrose durch Übungen und Ernährung

Eine konsequente Prävention kann das Fortschreiten der Omarthrose deutlich verlangsamen und Beschwerden nachhaltig reduzieren.

Wichtige präventive Maßnahmen sind:

  • regelmäßige Mobilisationsübungen für Schulter und Brustwirbelsäule
  • gezieltes Krafttraining der Rotatorenmanschette
  • Training der Schulterblattstabilität
  • Ausgleich einseitiger oder Überkopfbelastungen

Schon kurze, regelmäßig durchgeführte Übungseinheiten können die Gelenkfunktion spürbar verbessern. Ergänzend spielt auch die Ernährung eine unterstützende Rolle. Eine eiweißreiche, entzündungshemmende Kost mit ausreichend Omega-3-Fettsäuren, Vitaminen und Spurenelementen kann den Stoffwechsel des Bewegungsapparates positiv beeinflussen und degenerative Prozesse günstig begleiten.

Fazit

Die Omarthrose ist eine chronische, degenerative Erkrankung des Schultergelenks, deren Verlauf und Auswirkungen jedoch maßgeblich beeinflusst werden können. Eine frühzeitige, gezielte physiotherapeutische Behandlung hilft dabei, Schmerzen zu reduzieren, Beweglichkeit zu erhalten und die Schulter im Alltag dauerhaft belastbar zu halten. Besonders effektiv ist eine aktive Therapie, die individuell an den Befund, die Lebenssituation und die Ziele der Patientinnen und Patienten angepasst wird. Im Rahmen einer Blankoverordnung, die vom Arzt wie eine reguläre Heilmittelverordnung ausgestellt wird, besteht zusätzlich die Möglichkeit, die physiotherapeutische Behandlung noch flexibler und bedarfsgerechter zu gestalten. Umfang, Frequenz und Inhalte der Therapie können dabei direkt durch die Physiotherapie festgelegt und laufend an den tatsächlichen funktionellen Bedarf angepasst werden – mit dem Ziel, langfristig mehr Beweglichkeit, weniger Schmerzen und eine höhere Lebensqualität zu erreichen.

FAQ

Nein, der Knorpelabbau ist nicht rückgängig zu machen. Der Verlauf lässt sich jedoch deutlich verlangsamen.

Ja, auch in späteren Stadien kann Physiotherapie Schmerzen lindern und die Funktion verbessern.

Erst wenn konservative Maßnahmen ausgeschöpft sind und die Beschwerden stark einschränken.

Ja, angepasstes und korrekt ausgeführtes Training ist sogar ausdrücklich empfehlenswert.

Das hängt vom Stadium der Omarthrose und den individuellen Zielen ab, meist über mehrere Wochen mit ergänzenden Eigenübungen.